Total retro? Voll von gestern!

Hannöversche Winter sind kalt und grau, irgendwie usselig. Dagegen helfen heiße Waffeln, ein Becher Glühwein, ein Kaminfeuer und lange Strümpfe. All das bietet ein Fachrat* der Uni Hannover auf seiner alljährlichen Weihnachtsfeier an. Er wirbt dafür mit einem Pinup Girl.

Nicht besonders originell, wie wir finden. Sexistische Darstellungen oder Verhaltensweisen aus der Vergangenheit werden in der Werbung häufig als Stilmittel eingesetzt. Das soll dann ironisch sein, mit einem Augenzwinkern. Schließlich können Frauen* heutzutage Bundeskanzlerin werden. Danke, emanzipiert sind wir selber, wie Kristina Schröder es formuliert hat.

Dieser Fachrat weiß, dass sein Plakat sexistisch ist und setzt darauf, dass alle anderen wissen, dass es ironischer Sexismus sein soll. Ein Kennste, kennste, kennste? in Mario Barth Manier. Das Problem ist aber, dass Sexismus Sexismus bleibt. Egal wie ironisch und mit wie viel Augenzwinkern er gemeint ist, auch Retro-Seximus macht Frauen* zu Objekten. Ein ironisch-witziger Umgang mit Sexismus normalisiert und legitimiert diesen.

Sexistische Kackscheiße.

*Der Name des Fachrates wurde auf Nachfragen desselben entfernt, nachdem das Plakat verändert wurde.