1.Mai: Arbeiter*innenkampftag

Heraus zum 1. Mai
Frauen* nach vorn im antikapitalistischen Block

Liebe Frauen*, schüttelt am Dienstag Morgen die Müdigkeit vom Tanz in den Mai ab und kommt raus auf die Straße! Für eine prominente feministische Perspektive im Arbeiter*innenkampf solidarisiert euch zahlreich mit uns in den ersten Reihen der Demo, wir freuen uns auf Euch.

Redebeitrag:
Seit über 125 Jahren wird am ersten Mai kraftvoll für bessere Arbeitsbedingungen, gegen Lohnkürzungen, und für die wirkliche Befreiung der Lohnarbeiter und Lohnarbeiterinnen von kapitalistischer Ausbeutung auf die Straße gegangen. Wir zeigen uns solidarisch mit diesem Kampf und fragen uns trotzdem, von wessen Kampf und von welcher Arbeit heute die Rede ist.

Auch heute noch ist das Bild des typischen Gewerkschaftsmitgliedes das des weißen, männlichen Lohnarbeiters, der sich nach Feierabend und zu besonderen Anlässen an Bier und Bockwurst erfreut. Arbeit findet in der Industrie oder bestimmten Bereichen der Dienstleistungsbranche statt.
Was dabei nicht erwähnt wird ist, dass Kinder großziehen, alte und kranke Menschen pflegen und andere sogenannte Care-Arbeiten die unsichtbare Basis jedes kapitalistischen Lohn- und Produktionsverhältnisses sind. In ihrem Umfang überschreitet allein unbezahlte Care-Arbeit in Deutschland die Erwerbsarbeit um mindestens ein Drittel.
Es ist prägnant, dass diese reproduktiven Arbeiten meist als „Tätigkeiten“ und nicht als Arbeiten bezeichnet werden. Damit fallen sie schon begrifflich aus dem Raster sozialer Kämpfe heraus.

Noch schwieriger wird es auf praktischer Ebene. Denn Care-Arbeit wird im privaten Haushalt in der Überzahl von Frauen unbezahlt und unsichtbar verrichtet.
Vermehrt muss sie mangels Zeit und sozialstaatlicher Leistungen auf dem Markt als personenbezogene Dienstleistung eingekauft werden. Doch auch die Lohnarbeitsverhältnisse in diesem Bereich sind äußerst prekär. Diese Fürsorgearbeiten, die viel in privaten Haushalten stattfinden, vereinzeln die Arbeiterinnen und nehmen ihnen die Möglichkeit zur Organisation.
Care Arbeit gehört zu einem Niedriglohnsektor, der fast ausschließlich für Frauen reserviert ist und eine fließende Grenze in illegalisierte und deregulierte Arbeitsverhältnisse hat, unter denen die Migrantinnen unter den Frauen besonders zu leiden haben. Kürzungen und Privatisierungen in Krisenzeiten verschärfen die Arbeitsverhältnisse im Care-Bereich nur noch weiter.

DESWEGEN SOLIDARISIEREN WIR UNS ALS AUTONOMES FEMINISTISCHES KOLLEKTIV BESONDERS MIT ALLEN DAVON BETROFFENEN FRAUEN UND FORDERN: KEINEN ANTIKAPITALISMUS OHNE FEMINISMUS UND ANTIRASSISMUS!