Feministische Kämpfe weltweit – Diskutiert miteinander und mit uns!

Unsere Veranstaltungsreihe ‚Feministische Kämpfe weltweit‘ ist nun vorbei. Damit vielleicht etwas mehr bleibt, als bei so vielen anderen Veranstaltungen, laden wir euch ein hier in Kommentarform Rückmeldungen zu geben.
Was ist hängen geblieben? Was fandet ihr besonders wichtig? Was diskussionswürdig? Welche anderen feministischen Kämpfe findet ihr wichtig?

Wir würden uns über ein paar Kommentare freuen!

Zur Erinnerung nochmal die Veranstaltungstitel mit Texten.

Zapatistische Frauen in Mexiko
Als die EZLN am 01. Januar 1994 parallel zum Inkrafttreten des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA ihren Aufstand beginnt, sorgt u.a. das breite Erscheinen von Frauen in den Reihen der Guerilla für die Sympathie und Unterstützung innerhalb der Zivilgesellschaft.
Eine „Revolution innerhalb der Revolution“, so kommentierten die spezisch situierten und positionierten zapatistischen Frauen das Revolutionäre Frauengesetz, mit dem sie ein Jahr vor dem Aufstand ein neues Selbstbewusstsein formulierten. Der Inhalt des Frauengesetzes reektiert die Forderung, dass die Frauen als vollständige Rechtssubjekte wahrgenommen werden, innerhalb der Entscheidungsstrukturen partizipieren können und ihre physische Integrität anerkannt werden soll. Verstöße wurden und sind damit durch die kommunitären Entscheidungsstrukturen sanktionierbar.
Was wollte das zapatistische Frauengesetz, wie wurde es umgesetzt und wie ist der aktuelle Bezug der zapatistischen Frauen und Männer darauf? Welche neuen Positionen haben die zapatistischen Frauen in der sozialen Hierarchie erkämpfen können?
Im Vortrag soll es um die spezischen Kämpfe der zapatistischen Frauen und auch den nicht immer gradlinig verlaufenden Dialogen mit den u.a. mestizisch und urban konnotierten feministischen Kämpfen und Positionen in Chiapas/Mexiko gehen. Die Vortragende hat die aufständischen Gebiete mehrere Male als Menschenrechtsbeobachterin und Brigadistin besucht und hat zuletzt als freiwillige Mitarbeiterin bei einer feministischen Frauenorganisation in San Cristóbal de las Casas gearbeitet. Sie ist in der Gruppe B.A.S.T.A. aktiv und arbeitet derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Soziologie der Diversität an der Uni Kassel.

Italienischer Feminismus zwischen Theorie und Praxis

Der italienische Feminismus hat sich immer mit politischen, philosophischen und ethischen
Praktiken gleichzeitig beschäftigt. Theorie und Praxis sind für das italienische Denken der
Geschlechterdierenz, das mit der feministische Bewegungen der 70 Jahren geboren ist,
lebenswichtig gewesen. Am Anfang stand die Selbsterfahrungspraxis („pratica
dell’autocoscienza“), der Versuch eine Verbindung zwischen der Singularität jeder einzelnen
Frau und dem gemeinsamen Beziehungsnetz herzustellen. Dann, in der 90 Jahren, aus der
Idee des „adamento“ – eine Praxis, in der sich eine Frau einer anderen anvertraut, ihr eine
besondere Autorität zuerkennt – ist die Idee einer weiblichen Autorität entstanden, die sich
der Idee der Macht oder Gleichheit entgegensetzt.
Der Bezug auf die Praxis und auf die Beziehungen, die Frauen miteinander eingehen, als
ursprüngliche Quelle neuer Ideen und neuer politischer Praktiken ist eine sehr wichtige
theoretische und politische Leistung gewesen. Damit hat man die Grenzen der Politik
wesentlich verändert, den abstrakten Charakter jeder Theorie in Frage gestellt, und teilweise
eine Institutionalisierung der feministischen Bewegung vermieden. Die Frage ist aber: was
ist die heutige Lage des italienischen Feminismus? Welche Beziehung gibt es heute
zwischen das Denken der Geschlechterdierenz und der Frauen Aktivismus der letzten
Jahren in Italien (die Bewegung für künstliche Befruchtung, 2005, die Bewegung „Se non ora
quando?“, für die Würde der Frau gegen Berlusconi, 2011)?

Invest in Caring not Killing

Die Referentin ist Mitarbeiterin des Crossroads Women’s Center London und Aktivistin beim
Global Women’s Strike, einem internationalen Netzwerk von Frauen. Sie wird über ihre
Kämpfe für die Anerkennung und Bezahlung von (unbezahlter) Care-Arbeit sprechen. Das
Thema ist durch die Debatten um migrantische Haushaltsarbeiterinnen oder die Reprivatisierung
von Lasten aufgrund des Sozialstaatsabbaus hochaktuell und wichtig.
Zudem wird die Referentin über ihre Arbeit im Zentrum sprechen. Das Crossroads Women’s
Center gründete sich in den 1970er Jahren, u.a. durch das Engagement von Selma James im
Rahmen der „Wages for Housework“ -Kampagnen und ist heute ein oener, antisexistischer
und antirassistischer Trepunkt für eine Reihe von Frauenprojekten. Darunter beispielsweise
die All African Women’s Group, Legal Action for Women, Winvisible (für Frauen mit Handicap),
Women Against Rape oder der Global Women’s Strike.

Einmischung iranischer Frauen in die Zivilgesellschaft

Die Referentin wird einen Überblick über die Situation von im Iran
lebenden Frauen geben und über die letzten 50 Jahre der Geschichte
iranischer Frauenbewegungen sprechen. Der Schwerpunkt wird dabei
auf der Zeit der Islamischen Republik liegen. Danach gibt es Raum für
Diskussion und Nachfragen.


1 Antwort auf „Feministische Kämpfe weltweit – Diskutiert miteinander und mit uns!“


  1. 1 fan 08. Februar 2012 um 19:57 Uhr

    ihr seid klasse

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